Grunderwerbsteuer gesenkt, Immobilienmarkt in Thüringen bleibt verhalten
Steuersenkung hat Immobilienmarkt in Thüringen nicht belebt
Erfurt - Die Absenkung der Grunderwerbsteuer hat dem Land bislang erhebliche Mindereinnahmen beschert, aber keinen spürbaren Aufschwung auf dem Immobilienmarkt ausgelöst.
Nach Angaben des Thüringer Finanzministeriums beliefen sich die Mindereinnahmen im vergangenen Jahr auf rund 27 Millionen Euro. Bis Ende Oktober dieses Jahres lagen sie bereits bei etwa 35 Millionen Euro. Das Ministerium wies darauf hin, dass sich der reduzierte Steuersatz seit Anfang 2024 wegen interner Bearbeitungszeiten erst schrittweise in den Kassen bemerkbar machte.
Der Steuersatz war zu Beginn des Jahres 2024 von 6,5 Prozent auf 5 Prozent gesenkt worden. Die CDU-Landtagsfraktion hatte den entsprechenden Gesetzesentwurf im September 2023 durchgesetzt; das Parlament beschloss die Änderung schließlich mit den Stimmen von AfD und FDP. Die CDU begründete den Vorstoß damit, bauwillige Familien zu entlasten, die Altersvorsorge zu stärken und Anreize für Investitionen in der Region zu schaffen.
Die versprochene Belebung blieb jedoch aus. Im Jahr 2024 und auch 2025 ging die Zahl der Eigentumsübertragungen von Grundstücken und Immobilien gegenüber den Vorjahren deutlich zurück. Analysten führen das einerseits auf die gesamtwirtschaftliche Lage und anderseits auf strukturelle Hemmnisse am Wohnungsmarkt zurück.
Vor diesem Hintergrund stehen die Landesfinanzen vor der Aufgabe, die Mindereinnahmen auszugleichen, während die erhofften Impulse für Bau und Investitionen bislang ausgeblieben sind.

26. Dezember
Grunderwerbsteuer gesenkt, Immobilienmarkt in Thüringen bleibt verhalten«Steuersenkung, doch die Käufer bleiben aus»